Vorwort

Aufgrund der zahlreichen Anfragen, die mich zu diesem Notebook erhalten, möchte ich bitte ein Paar Sachen klarstellen: Ich hasse dieses Notebook. Es ist das schlechteste Stück käuflich erwerbbarer Hardware, das mir in langer Zeit untergekommen ist. Zu den Gründen:
  • Ich besaß dieses Notebook einmal. Irgendwann habe ich es verschenkt. Gründe hierfür waren unter anderem die absolut mangelhafte Linux-Unterstützung.
  • Die Lüfter des Notebooks sind unerträglich laut - ein Arbeiten ist damit nicht möglich. Um es nur einmal zu verdeutlichen (und das ist kein Witz): Eine Freundin von mir arbeitete an dem Notebook und telefonierte gleichzeitig mit einem Freund. Irgendwann fragte dieser Freund sie: "Sag mal, staubsaugst du eigentlich nebenher?" - das war ziemlich lange der Running-Gag im Bezug auf das Notebook.
  • Das Display benutzt eine mechanische Konstruktion, die wohl schlechter kaum sein könnte - bereits nach 6 Monaten waren die Scharniere derart spröde und defekt, dass man jedes Mal Angst haben musste, man bricht das Display ab, wenn man es auf- oder zugeklappt hat.
  • Der Notebook schaltet sich seit einiger Zeit aus unerklärlichen Gründen alle 45-60 Minuten einfach ab.
  • Erfahrungsbericht einer Freundin von mir, die das baugleiche Notebook besaß: Ich sollte mir das Notebook ansehen, da laut ihrer Aussage "nichts mehr" ging. Als ich es mir dann ansah, konnte ich nurnoch den Tod des Geräts feststellen. Zwar leuchtete noch die Power-LED nach dem Einschalten, das Display blieb aber völlig schwarz. Und hier war nicht nur der CCFL-Inverter des Displays kaputt, sondern der Rechner verweigerte tatsächlich den Bootvorgang völlig.
  • Erfahrungsbericht eines Freundes von mir, der auch den baugleichen Notebook besaß: Nach etwa einem Jahr bootet das Gerät nicht mehr. Eingeschickt, einen Monat später hat er das Gerät wieder - es funktioniert wieder. Noch drei Monate später dieselben Symptome: eingeschickt, einen Monat später bekommt er es wiederum funktionsfähig zurück. Und die Geschichte ist nicht zu Ende (!) nach weiteren drei Monaten geht das Gerät wieder mit exakt denselben Symtomen kaputt. Nach erneuter (Dritter!) Einsendung bekommt er es einen Monat später wieder zurück. Die Frage ist nur, wie lange es bis zum nächsten Fehlerfall kommt - der dann eben nicht mehr in der Garantiezeit liegt!
  • Erfahrungsbericht von Jürgen Ottl, der am 16.2.2006 folgendes in mein Gästebuch geschrieben hat (Eintrag #56): "Zu Yakumo Notebocks kann ich nur sagen absoluter Schrott, Ich habe eins seit zwei Jahren, nach 12 Monaten war schon das Mainboard kaputt, 12 Monate später schon wieder, jetzt verschrott ich es und kauf mir ein besseres."
  • Erfahrungsbericht von Ryk Fechner, der mit am 2.9.2006 eine Mail geschrieben hat: ich habe im Juli 2004 den Yakumo D27ES erworben. [...] Diesen Schrott-PC hab ich heute zur Reperatur gebracht. Ich hoffe nur, dass es nich das Mainboard ist. [...] Jedenfalls nachtrag zum DVD/CD-RW-Combo-Laufwerk: Nach einem halben Jahr war das das erste, was bei mir im Arsch war. DVD's hat es irgendwann nur noch gelesen, wenn man mehrmals das Laufwerk geöffnet und geschlossen hat und nach ca. 12 Monaten garnicht mehr. Beim Brennen spuckte das Teil irgendwann auch nur noch fehler aus. CDs haben noch funktioniert. Und in einer weiten Mail vom 13.9.2006: Es war der Bildschirm, der defekt war. Und die scheiß Ersatzteile sind sooo teuer, ich glaub 199 Euro für das Display (Näheres auf der Yakumo-Homepage oder bei der Google-Eingabe des begehrten Objekts). Ich kauf mir die Tage wahrscheinlich nen Neuen, weil ich ganz einfach als Student nicht zwei Wochen lang ohne Computer auskomme. Habe mich heute mit der Händlerin unterhalten, bei der ich das Notebook vor zwei Jahren gekauft habe, als die noch Yakumo-Vertragshändler waren. Heute verkaufen die Acer-Notebooks. Nun weiß ich aus meinem Bekanntenkreis, dass viele über ihr aßer meckern, aber: Seit die Acer verticken, hätten die wohl noch nie einen zur Reperatur schicken müssen. Mein Wohnort, wo ich gekauft hab, beherbergt etwas mehr als 5.000 Einwohner.
Ich kann und werde deshalb zu Yakumo-Notebooks keinen Support leisten, bitte wenden Sie sich hierfür an den Hersteller. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Wenn Sie das Notebook bereits gekauft haben kann ich Ihnen leider nur den traurigen Tipp geben es entweder auf eBay zu verscherbeln (womit Sie sicherlich einen weiteren Menschen unglücklich machen weren), es (wie ich es tat) als Lehrgeld zu verbuchen oder es an einen unliebsamen Bekannten zu verschenken. Zwar kann ich es nicht wissenschaftlich belegen, jedoch bin ich der festen Überzeugung, dass der Einsatz eines Yakumo-Notebooks aufgrund der ständigen Ärgernisse die mit dessen Einsatz verbunden sind die Lebenserwartung senkt (Bluthochdruck/Herzrasen/Stress).

Die Soundkarte unter Windows

Dies ist absolut der einzige Kommentar, den ich zu dem Notebook bei Verwendung von Windows XP verlieren werde: Um die Soundkarte zum laufen zu bringen, muss man sich den Treiber für den SiS7012 herunterladen. Windows XP - dieser stinkender Haufen mies programmierter Software - erkennt die Treiber natürlich nicht an. Also muss man manuell auf "Multimediacontroller" gehen und dann bei der Treiberauswahl "Diskette..." anklicken. Dann den Pfad zu den Treibern angeben und den SiS7012 auswählen. Windows wird eine Warnung anzeigen, dass dies der falsche Treiber ist und womöglich alles kaputt geht. Einfach mit OK bestätigen und die Soundkarte sollte sich installieren. WARNUNG: Dies alles ohne Gewähr. Obwohl das bei mir das letzte Mal funktioniert hat, muss dies nicht stimmen. Windows ist ein fragiler Haufen verwesenden Software-Mülls, man weiß nie so genau, was passieren kann.

Übersicht

Front des D27ES

Label des D27ES unten

CPU: Intel Celeron 2.20GHz (Throttling bis 87%)
Bios: PhoenixBIOS 4.0 Release 6.0, Revision 2.00.07, KBC/EC Firmware Revision: 1.00.02
Grafikkarte: SiS 650
Festplatte: Seagate ST29011A mit 18.6GB, (20'003'880'960 Bytes)
RAM: 256 MB SO-DIMM 200pin, DDR, 266MHz, CLK 2.5, PC2100
Netzwerkkarte: RTL-8139/8139C/8139C+ (rev 10)
Modem: SiS AC'97 Modem (rev a0)
Soundkarte: SiS Sound Conroller (rev a0)
CD-Laufwerk: CDRW/DVD Combo Laufwerk
IrDA: Ja
Akku: 4Ah Li-Ion
Schnittstellen:
  • Kopfhörereausgang
  • Mikrofoneingang
  • RJ-45 Netzwerk
  • IEEE 1394 (Firewire), 6pol.
  • TV Out
  • 2 x USB
  • Ext. Monitor
  • RJ-11 Modem
  • D-Sub 25Pin Female, Parallelport
  • PS/2 ext. Tastatur oder Maus
  • Strom

Bilder der Schnittstellen

Laptop von Hinten:
Die Schnittstellen des D27ES

Von links betrachtet ist gut die Diskettenlaufwerksatrappe zu sehen. Ja, ich weiß, sieht einem echten Diskettenlaufwerk täuschend ähnlich, ist allerdings nur eine Plastikattrape. Immer mal für nen Lacher gut, aber nicht wirklich nützlich. Man achte auch auf den kleinen schwarzen Fleck oberhalb des PCMCIA-Slots, das ist der Lautstärkerregler, der so dämlich angebracht ist, dass man ihn kaum bewegen kann, wenn man eine PCMCIA-Karte drinnen hat:
Der D27ES von links

Allgemeines

Ersteinmal der obligatorische Output von lspci:
[~]: lspci
00:00.0 Host bridge: Silicon Integrated Systems [SiS] 650/M650 Host (rev 01)
00:01.0 PCI bridge: Silicon Integrated Systems [SiS] Virtual PCI-to-PCI bridge (AGP)
00:02.0 ISA bridge: Silicon Integrated Systems [SiS] SiS962 [MuTIOL Media IO] (rev 25)
00:02.1 SMBus: Silicon Integrated Systems [SiS]: Unknown device 0016
00:02.5 IDE interface: Silicon Integrated Systems [SiS] 5513 [IDE]
00:02.6 Modem: Silicon Integrated Systems [SiS] AC'97 Modem Controller (rev a0)
00:02.7 Multimedia audio controller: Silicon Integrated Systems [SiS] Sound Controller (rev a0)
00:03.0 USB Controller: Silicon Integrated Systems [SiS] USB 1.0 Controller (rev 0f)
00:03.1 USB Controller: Silicon Integrated Systems [SiS] USB 1.0 Controller (rev 0f)
00:03.2 USB Controller: Silicon Integrated Systems [SiS] USB 2.0 Controller
00:0a.0 Ethernet controller: Realtek Semiconductor Co., Ltd. RTL-8139/8139C/8139C+ (rev 10)
00:0b.0 FireWire (IEEE 1394): Texas Instruments TSB43AB21 IEEE-1394a-2000 Controller (PHY/Link)
00:0c.0 CardBus bridge: ENE Technology Inc CB1410 Cardbus Controller
01:00.0 VGA compatible controller: Silicon Integrated Systems [SiS] 65x/M650/740 PCI/AGP VGA Display Adapter
[~]:

CPU

Leider ist die Celeron CPU sehr langsam, was beispielsweise Kernelkompilierungen angeht. Außerdem wird sie wirklich sehr warm, wenn die CPU nicht gethrottelt wird. Das halten des Laptops auf dem Schoß ist dann schon sehr unangenehm, da die Lava rechts aus dem Lüfter kommt - der natürlich auch voll dröhnt. Throttling geht allerdings relativ einfach, wenn ACPI aktiviert ist durch ein
# echo n > /proc/acpi/throttling
wobei statt "n" eine Zahl von 0-7 eingesetzt wird. Diese gibt an, ob die CPU mit voller Last laufen soll (0) oder ob sie um 12%, 25%, 37%, 50%, 62%, 75% oder 87% gedrosselt wird (1-7).

Bios

Hier ist der einzig interessante Menüpunkt der "Installed O/S" im Untermenü "Advanced". Ironischerweise hat man die Wahl, ob man ein "ACPI OS" oder "Win98" am Laufen hat. Wirklich erbärmlich, wie Microsoft schon nahezu alle Bereiche der PC-Industrie infiltriert hat. Nun ja, wir wählen "ACPI OS".

Grafikkarte

Das schlechteste an dem ganzen Laptop. Wenn ich vorher gewusst hätte, dass da eine SiS-Grafikkarte drin ist, hätte ich den Laptop wahrscheinlich nicht genommen. Für Linux bietet SiS nämlich absolut keine Treiber an, und gibt auch denen, die für sie Treiber schreiben könnten, keinerlei Unterstützung. Die absolut umfangreichsten Informationen und Downloads zum Thema SiS-Karten hat Thomas Winischhofer auf seiner Webseite. Er hat schon zahlreiche Treiber für SiS-Karten unter Linux geschrieben und ist wohl derjenige, der sich in der Linux-Community am Besten mit diesen Biestern auskennt. Leider musste er mir bestätigen, dass SiS ihm keine Informationen darüber gibt, wie die Karte genau angesteuert werden müsste - einem Programmierer sind also die Hände gebunden. Ich habe schon mehrfach an SiS geschrieben, allerdings bisher noch keine Resonanz erhalten, geschweigedenn Hilfe. Trotzdem: Wenn ihr einen gescheiten Treiber für die Karte haben wollt, beschwert euch! Hier die Adressen:
Onlineformular: Developer
Onlineformular: Sales
Onlineformular: PR
Onlineformular: PR
Onlineformular: Webmaster


Als Framebuffer verwende ich den Kernelinternen sisfb. Mit ihm bekommt man eine Auflösung von 1024x768 auf der Konsole. Die Startparameter, die man z.B. bei LILO über "append" übergeben kann, lauten: "video=sisfb:mode:1024x768x16". Wenn kein Framebuffer gewünscht ist, kann man einfach "video=sis:off video=vesa:off video=sisfb:off" übergeben. Ich denke mindestens einer die Parameter ist überflüssig, aber da ich normalerweise immer Framebuffer verwende habe ich mir nicht die Mühe gemacht, das herauszufinden. Über Hinweise freue ich mich allerdings. Der Kernelparameter hierfür ist "Device Drivers" -> "Graphics Support" -> "Support for frame buffer devices" -> "SiS 315/330 series support"

Unter X habe ich folgende XF86Config-4 und bekomme damit wieder 1024x768. Allerdings ist die 2D-Grafik sehr langsam, 3D-Unterstützung gibt es bei der Karte ja unter Linux nicht. Selbst die Treiber, die SiS anbietet, sind absoluter Schrott und hoffnungslos veraltet (Stand: 29.3.2004).

Festplatte

Der übliche Schwindel, 18.6 GB (=Gigabyte) werden als 20.0 verkauft, indem der Hersteller in einer Fussnote einfach 1GB als 10^9 Bytes, statt 2^30 Bytes definiert. Ansonsten ist sie okay, ein bischen klein vielleicht. DMA bekommt man mit Hilfe des "SiS5513 chipset support". Herstellerinformationen.
[~]: hdparm -i /dev/hda
 
/dev/hda:
 
 Model=ST92011A, FwRev=3.04, SerialNo=3KV0302V
 Config={ HardSect NotMFM HdSw>15uSec Fixed DTR>10Mbs RotSpdTol>.5% }
 RawCHS=16383/16/63, TrkSize=0, SectSize=0, ECCbytes=4
 BuffType=unknown, BuffSize=2048kB, MaxMultSect=16, MultSect=16
 CurCHS=16383/16/63, CurSects=16514064, LBA=yes, LBAsects=39070080
 IORDY=on/off, tPIO={min:240,w/IORDY:120}, tDMA={min:120,rec:120}
 PIO modes:  pio0 pio1 pio2 pio3 pio4
 DMA modes:  mdma0 mdma1 mdma2
 UDMA modes: udma0 udma1 udma2 udma3 udma4 *udma5
 AdvancedPM=yes: unknown setting WriteCache=enabled
 Drive conforms to: ATA/ATAPI-6 T13 1410D revision 2:
 
 * signifies the current active mode
 
[~]:

RAM

Eingebaut war ein SO-DIMM-Riegel mit 256 MB. Ich habe einen weiteren dazu, insgesamt jetzt also 512MB (abzüglich des Shared Memory für die Grafikkarte). Daten des RAM: Infineon 256 MB SO-DIMM 200pin, DDR, 266MHz, CLK 2.5, PC2100. Hier einige Bilder, um zu veranschaulichen, wie neuer RAM hinzugefügt werden kann:
Ansicht des D27ES von unten

Wenn man die rot markierte Schraube löst und an dem Ansatzpunkt mit einem Taschenmesser oder Schraubenzieher etwas aufhebelt, kommt man an den RAM selber:
Öffnen des RAM-Schachts des D27ES

Netzwerkkarte

Keine Besonderheiten. Läuft mit dem 8139too-Treiber einwandfrei.

Modem

Das Modem habe ich leider nicht betrieben, da ich ISDN hier habe. Deswegen habe ich es nicht gebraucht. Wenn jemand schreiben kann, wie mans zum Laufen bewegt und welche Treiber notwendig sind, werde ich das gerne hier veröffentlichen.

Soundkarte

Die Soundkarte funktioniert mit dem "Intel i8x0/MX440, SiS 7012; Ali 5455; NForce Audio; AMD768/8111" Kerneltreiber wunderbar. Was sehr stört ist allerdings die blöde Lage der Lautsprecher: genau unter der Auflagefläche für die Hände. Man kann also keine Musik hören während man einen Text schreibt, sonst hört sich das wirklich schlecht an. Auch wirklich sehr dämlich: das Potentiometer, mit dem man offenbar noch extra die Lautstärke regeln kann ist so versteckt in dem PCMCIA-Slot, dass, wenn eine PCMCIA-Karte eingelegt ist, der Regler so gut wie nicht mehr zu erreichen ist. Man braucht ihn aber sowieso so gut wie nie.

CD/DVD-Laufwerk

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich noch nicht versucht habe, auf dem Laptop eine DVD anzusehen. Ich denke aber, das müsste problemlos gehen. CDs brennen geht auf jeden Fall mit cdrecord und der Einstellung "dev=ATAPI:0,0,0" (ich verwende nicht die CD-Brenner SCSI-Emulation, sondern ide-cd). Das Laufwerk ist übrigens ein "Samsung CDRW/DVD SN-324F".

IrDA

Wenn im BIOS die serielle Schnittstelle Nummer 2 aktiviert ist und man die Kerneltreiber für serielle Schnittstellen mit reinkompiliert wird sie automatisch als /dev/ttyS0 erkannt. Funktioniert einwandfrei, habe damit sogar mal über mein Handy gesurft - sehr langsam allerdings!

PCMCIA/USB

Für PCMCIA ist wichtig zu wissen, dass in dem Gerät eine "Yenta"-kompatibler Cardbus-Bridge verbaut ist. USB läuft mit den OHCI/EHCI Treibern einwandfrei.

Sonstiges

Hier nocheinmal meine XF86Config-4, und meine vollständige Kernelkonfiguration (für Kernel 2.6.4-rc1, einfach ins Verzeichnis /usr/src/linux als ".config" legen, dann kann es los gehen).